Geschichte der Islamischen Kunst- und Architekturgeschichte 

Besonderes Interesse besteht an der Gründergeneration und ihrem bis heute spürbaren Einfluß auf das Fachgebiet der Islamischen Kunst- und Architekturgeschichte: u.a. der Forscher, Reisende, Sammler und spätere erste Direktor der "Islamischen Abteilung" der Königlichen Museen zu Berlin (heute Museum für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin) Friedrich Paul Sarre (1865-1945), dessen 150. Geburtstag sich 2015 jährte, und der genial vielseitige, aber auch sehr umstrittene Kunsthistoriker Josef Strzygowski (1862-1941). 

Außerdem werden Querverbindungen, d.h. Netzwerke aufgezeigt, die auch weniger bekannte Namen einschließen. So entsteht im Laufe der Zeit ein umfangreiches Verzeichnis (Index) zunächst deutschsprachiger Forscher und Forscherinnen (vor 1914 geb.) aus den Bereichen Islamische Kunstgeschichte, Architektur und Archäologie mit biograpischen Angaben, Literaturhinweisen und Bildmaterial. 

 

 

Islamische Kunsthistoriker und Kunsthistorikerinnen (in chronologischer Ordnung)


Wilhelm (von) Bode (1845 - 1929)

Wilhelm (von) Bode, ab 1905 Generaldirektor der Königlichen Museen zu Berlin, hatte schon früh islamische Teppiche (in Italien) gesammelt. Ihm kommt das große Verdienst zu, eine Islamische Abteilung an den Berliner Museen initiert und den jungen Friedrich Sarre für die Islamische Kunstgeschichte begeistert und später als Direktor für die neu gegründete Abteilung (1904) gewonnen zu haben.


Cornelius Gurlitt (1850-1938)

Deutscher Kunsthistoriker, Architekt und Bauforscher, geb. am 1.1.1850 Nischwitz bei Wurzen (Sachsen), gest. am 25.3.1938 Dresden. 1890 Habilitation an der TH Charlottenburg, ab 1893 bis zur Emeritierung 1920 Professor für Baukunst an der TH Dresden. Gurlitt wurde vorallem bekannt durch seine Arbeiten zum Barock, Rokoko und Klassizismus, seine Arbeiten zur Islamischen Architektur sind nur in Fachkreisen bekannt, und werden in der DBE (Deutschen Bibliographischen Enzyklopädie) mit keinem Wort erwähnt.

 


Josef Strzygowski (1862 - 1941)

Josef Strzygowski  war einer der vielseitigsten, zugleich aber auch umstrittensten Kunsthistoriker der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zu seinem 150. Geburtstags im Jahre 2012 wurden zwei großen Symposien durchgefüht, im Frühjahr in Biala, seinem Geburtsort (ehem. Galizien, heute Bielitz in Polen) und im Oktober in Wien, ausgerichtet von der Gesellschaft für Vergleichende Kunstforschung, die Josef Strzygowski 1934 ins Leben gerufen hat.



Philipp Walter Schulz (1864 - 1920)

Philipp Walter Schulz, 1864 in Leipzig geboren, entstammte einem wohlhabenden Elternhaus (der Vater war Kaufmann und Bankier), was ihn später die Lage versetzte als Privatgelehrter sich insbesondere der Erforschung der Islamischen Buchkunst zu widmen und ein für seine Zeit wegweisendes Werk "Die persisch-islamische Miniaturmalerei: Ein Beitrag zur Kunstgeschichte Irans" (Hirsemann, Leipzig 1914) zu veröffentlichen, dem leider die Anerkennung lange versagt blieb. 



Ernst Cohn-Wiener (1882 - 1941)

Ernst Cohn-Wiener (bis 1907 Cohn), 1882 in Tilsit geboren, war ein vielseitiger Kunsthistoriker, der sich nicht nur mit Europäischer, Jüdischer und Islamischer Kunstgeschichte beschäftige, sondern zu asiatischer Kunst allgemein forschte und publizierte. In Fachkreisen ist vor allem sein 1930 publiziertes Werk zur Baukunst Mittelasiens in islamischer Zeit bekannt (Turan: Islamische Baukunst in Mittelasien. Berlin 1930), das noch heute wegen der zahlreichen guten Photographien aus den 1920er Jahren bleibenden Wert besitzt. 




Katharina Otto-Dorn (1908 - 1999)

Katharina Otto-Dorn (geb. Dorn) stand in direkter Nachfolge der Gründergeneration des Faches Islamische Kunstgeschichte, Gelehrten und Forschern wie Friedrich Sarre (1865 - 1945) und Josef Strzygowski (1862 - 1941), der Katharina Otto-Dorn 1933 in Wien mit einer Arbeit über Sassanidisches Silbergeschirr promovierte.


 

 

 

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